Allgemeine Verarbeitungsanleitung (außer C8TF, C11, G1, G9) downloaden

 

 

 

 

 

Verarbeitungsanleitung EM-Dentallegierungen (gültig für alle Legierungen des Herstellers Bauer-Walser AG)

 

Modellieren
Gerüste verkleinert und unter Berücksichtigung der geplanten Verblendung gestalten. Stabile, belastungsgerechte interdentale Verbindungen unter Vermeidung scharfer Kanten anfertigen. Zur Gewährleistung der Stabilität der Kronen und Brücken, sind Mindestwandstärken von 0,3 mm bei Einzelkronen und 0,5 mm bei Pfeilerkronen jeweils nach der Ausarbeitung einzuhalten.

 

Anbringen der Gusskanäle
Gerüst mit ausreichend dimensionierten Gusskanälen versehen. Einzelkronen und kleine Brücken bis zu drei Einheiten sind direkt oder im Ringguss anstiften (Ø 3,5-4 mm). Bei größeren Arbeiten Balkenguss (Balken Ø 5 mm) mit entsprechenden Zuführungs-(Ø 3-4 mm) und Verbindungs-kanälen (Länge: 5 mm, Ø ca. 3 mm) verwenden, ggf. Luftabzugskanäle (Ø 1mm) vorsehen.

 

Einbetten
Bei Vorwärmtemperaturen der Gussmuffeln von über 750 °C (siehe Datenblatt) sind phosphatgebundene Einbettmassen zu verwenden. Für Palladium-Basis-Legierungen ist Graphitfreiheit zwingend. Bei niedrigeren Vorwärmtemperaturen können auch gipsgebundene Einbettmassen eingesetzt werden. Zur Erzielung der gewünschten Expansion sind die Hinweise des Herstellers der Einbettmasse zu beachten.

 

Wachsaustreiben und Vorwärmen
Sofern vom Hersteller der Einbettmasse nicht anders festgelegt, ist das Wachs umgehend nach Ende der Abbindezeit bei 300 °C auszutreiben. Die Vorwärmtemperatur ist dem jeweiligen Datenblatt zu entnehmen. Die Haltezeit beträgt je nach Größe der Gussmuffel 30, 40, 50 oder 60 min.

 

Schmelzen und Gießen
Der Wiederverwendungsanteil sollte max. 50% betragen. Verwendbare Tiegelmaterialen und eingesetzte Gießtemperatur sind dem Datenblatt zu entnehmen. Nachschmelzzeiten sind von Metallmenge und Schmelzverfahren abhängig.

 

Ausbetten und Ausarbeiten
Gussmuffel an Luft auf Handwärme abkühlen. Muffelring durch Ausdrücken entfernen und Objekt mittels Gipszange (ohne Gewaltanwendung) ausbetten. Einbettmassenreste durch Abstrahlen mit Korund von ca. 100 μm Korngröße bei etwa 2 bar entfernen.
Mit Hartmetallfräsern ausarbeiten. Bei geplanter Keramikverblendung zur Vermeidung von Blasenbildung nur kreuzverzahnte HM-Fräser unter geringem Anpressdruck in nur einer Bearbeitungsrichtung einsetzen. Nach dem Ausarbeiten mit keramisch gebundenen Edelkorund-Schleifkörpern (erneut geringer Anpressdruck und nur eine Bearbeitungsrichtung) abziehen. Abschließend mit reinem Aluminiumoxid (50-100 μm, 2 bar) abstrahlen.
Verschmutzungen sind durch Abkochen in destilliertem Wasser oder intensives Abdampfen zu entfernen. Bei Einsatz einer Kunststoff-Verblendung Arbeit danach nicht mehr mit Händen berühren.

Verblendung

 

Keramische Verblendung
Die Verblendkeramik sind abhängig von Solidustemperatur(Brenntemperatur sollte ca. 40 °C unterhalb der Solidustemperatur liegen) und WAK-Wert der Legierung auszuwählen. Für konventionelle Aufbrennlegierungen sind hochschmelzende, konventionelle Keramiken, für Universallegierungen niedrigschmelzende, hoch expandierende Keramiken (LFC) einzusetzen. Für Hochtemperaturkeramiken besteht durch Wahl des Abkühlprozesses die Möglichkeit die Keramik auf den WAK-Wert der Legierung abzustimmen. Die Brandführung erfolgt nach Vorgabe des Herstellers des Keramiksystems.

 

Kunststoffverblendung
Die Verblendung ist nach Vorgabe des Herstellers des Kunststoff-Verblendsystems durchzuführen. Der Haftverbund der Verblendung kann durch angebrachte Retentionen oder chemisch-thermische Verfahren verstärkt werden.

 

Absäuern
Oxide auf unverblendeten Bereichen der Restauration können durch Beizen in konfektionierten Lösungen entfernt werden.

 

Löten
Der Einsatz von Loten richtet sich nach den Schmelzintervallen und Keramikbrenntemperaturen.
Hierbei sind mehrere Lote für verschiedene Legierungen geeignet. Entscheidend für die Funktionalität eines Lotes ist der vorgegebene Anwendungszweck sowieAbstand der Lottemperatur vom Schmelzintervall und den Keramikbrenntemperaturen (Solidus Legierung> AT Vorbrandlot> Brenntemperatur Keramik> AT Nachbrandlot, bzw. bei Gusslegierungen: Solidus Legierung > AT Lot). Aus optischen Gründen ist eventuell auch die Farbe relevant.
Empfohlene Lote sind entsprechend dem Anwendungsfall aus dem Datenblatt zu entnehmen.
Die Lötflächen müssen metallisch blank sein und durch ein auf die Arbeitstemperatur angepasstes Flussmittel vor Oxidation geschützt werden. Auf einen parallelwändigen Lotspalt von 0,05-0,2 mm Breite ist zu achten.

 

Polieren
Zur Verringerung von Plaqueanlagerungen und eines erhöhten anfänglichen Metallioneneintrages sollten freie Metallflächen und Ränder erst gummiert und dann mit handelsüblichen Präparaten poliert werden.

 

Aushärten
Zur Ausschöpfung des Festigkeitspotentials kann die Legierung nach Vorgabe des Datenblatts ausgehärtet werden. Sofern eine Nach-Brand-Lötung erfolgt, ist die Aushärtung nur nach dieser sinnvoll.

GESUNDHEITLICHE ASPEKTE
 

Gegenanzeigen
Bei nachgewiesener Allergie gegen einen Legierungsbestandteil muss von der Verwendung dieser Legierung abgesehen werden.

 

Nebenwirkungen
Beim Einsatz von Zahnwerkstoffen aus Metall und Metalllegierungen werden in Einzelfällen Reaktionen der Überempfindlichkeit (Allergien) oder elektrochemisch bedingte, örtliche Missempfindungen beschrieben.
Bei jeder Art von Dentallegierungen ist des weiteren ein individuelles Restrisiko für das Auftreten systemischer Nebenwirkungen nicht absolut auszuschließen; es besteht deshalb auch für die Guss-und aufbrennfähigen Legierungen der Bauer-Walser AG.
Die Erfahrung lehrt allerdings, dass dieses Restrisiko sehr gering einzuschätzen ist.

 

Wechselwirkungen
Bei Verwendung unterschiedlicher Legierungsgruppen können galvanische Effekte auftreten.

 

Vermeidung gesundheitlicher Gefahren bei der Bearbeitung
Partikel, die bei der spanabhebenden Bearbeitung entstehen sowie Schleif-und Polierstäube müssen mit geeigneten Anlagen abgesaugt werden.

 

Zur Beachtung:
Legierungsspezifische Informationen zu Gießtemperaturen, WAK-Werten, empfohlenen Loten, etc. sind den jeweiligen Datenblättern zu entnehmen.